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Normen

Was sind Normen, wozu dienen sie und wer macht sie?


  • Normen definieren Standards und erleichtern wesentlich den nationalen und internationalen Handel.
  • Normen sind freiwillige Übereinkünfte derjenigen, die sie formulieren.
  • Normen regeln in Deutschland zu über 80 % technische Details von Produkten oder Verfahren.
  • Technische Normen definieren genau Anforderungen wie z.B. genaue Abmessungen, Gewichte, Toleranzen und Meßmethoden.
  • Normen stellen den jeweils aktuellen Stand der Technik und der arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse dar. (der sich verändern kann.) Sie enthalten Muss- oder Soll-Vorschriften.
  • Neuerdings werden auch Managementsysteme, z.B. das betriebliche Qualitätsmanagement oder Regeln der organisatorischen Arbeitsgestaltung genormt.
  • Das Deutsche Institut für Normung DIN ist seit 1975 per Vertrag mit der Bundesregierung die herausgehobene Normungsorganisation in Deutschland.
  • Das DIN ist verpflichtet, die europäischen Normen zu übernehmen (DIN EN). Internationale Normen wie ISO gelten in Deutschland nicht, außer bei Übernahme durch DIN.

Internationale Normung
 

Die älteste internationale Normungsorganisation ist die Internationale Elektrotechnische Kommission (International Electrotechnical Commission, IEC), die Normen im Bereich der Elektrotechnik erarbeitet und damit viele Produktnormen, die für den Arbeitsschutz wichtig sind. In der Internationalen Organisation für Normung (International Organization for Standardization, ISO) arbeiten die nationalen Normungsorganisationen von etwa 130 Ländern zusammen. Ihre Arbeit orientiert sich ähnlich wie die des DIN am Grundsatz der Freiwilligkeit. Ähnlich wie die DIN-Normen werden auch ISO-Normen weitgehend nach dem Konsens-Prinzip erstellt.

Weitere Normungsinstitutionen, die auf internationaler Kooperation beruhen sind ITU (International Telecommunication Union), CIE (International Commission on Illumination), IAEA (International Atomic Energy Agency), ILO (International Labor Office) oder WHO (World Health Organization).


Europäische Normung
 

Die europäischen Normungsgremien

Die verstärkte europäische Zusammenarbeit führte 1957 zur Gründung der Europäischen Kommission für Normung CEN und des Europäischen Elektrotechnischen Normungskomitees CENELEC, die ebenso wie das Europäische Institut für Normung im Bereich der Telekommunikation ETSI in Brüssel angesiedelt sind. Im CEN sind die nationalen Normungsorganisationen aller EU- und EFTA-Länder sowie Tschechiens vertreten.


Harmonisierte technische Normung für den einheitlichen Binnenmarkt

 

Ziel der europäischen technischen Normung ist es, zur Erfüllung der grundlegenden Schutzziele der EU-Richtlinien zur Harmonisierung des Marktes nach Art. 100a EWG-Vertrag beizutragen. Hier finden sich Bau- und Ausrüstungsanforderungen, wie z.B. in der Maschinenrichtlinie.


Die harmonisierten EU-Normen EN konkretisieren die Richtlinien, sie enthalten Beschreibungen möglicher technischer Lösungen. Durch die freiwillige Beachtung der anerkannten Normen soll das festgeschriebene Sicherheitsniveau in ganz Europa erreicht werden.


Europäische Normung orientiert sich an den internationalen Normen. Europäische Normen müssen national, also vom DIN übernommen werden (DIN EN).


Auftrag der EU-Kommission
 

Die harmonisierten Normen werden per Auftrag von der EU-Kommission (Mandatierung) von den europäischen Normungsgremien erstellt und ratifiziert. Anträge auf Normung können aber auch von Privaten gestellt werden.

 

Die europäischen Normen EN sind unverbindlich, Hersteller z.B. müssen sie nicht beachten. Gleichzeitig gilt, dass bei Beachtung der Normen vermutet werden kann, dass die grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen einer Richtlinie erfüllt sind.

 

Ein Produkt eines Herstellers ist dann EN-konform, er kann es mit einem CE-Zeichen versehen und innerhalb der EU frei damit handeln. Für den Verbraucher sollen die EN Schutz bieten und das Vertrauen in Produkte und Dienstleistungen stärken.


Adressen
 

DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin

Tel.: (030) 26 01-0

Internet: http://www.din.de

 

Beuth Verlag GmbH

Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin

Internet: http://www.beuth.de

 

DIN-Normen werden allein durch den Beuth Verlag in Berlin vertrieben. In zahlreichen Städten gibt es DIN-Auslegestellen, in denen Normen einsehbar und teilweise auch zu erwerben sind. Einzelne Normen sind teuer, es gibt zu verschiedenen Fachthemen Norm-Bücher über relevanten DIN-Normen.

 

CEN, Commission Européen de Normalisation

Central Secrétariat

36, rue de Stassart, B-1050 Brussels

E-Mail: infodes@cenclcbel.be

Internet: http://www.cenorm.be

 

CENELEC, Comité Européen de Normalisation Electrotéchnique

Internet: http://www.cenelec.be

 

ETSI, EuropeanTelecommunications Standards Institute

Internet: http://www.etsi.fr

 

ISOInternational Organization for Standardization

Central Secretariat

1, rue de Varembé (Case postale 56), CH-1211 Genève 20

Internet: http://www.iso.ch

 

KANKommission Arbeitsschutz und Normung, Geschäftsstelle

Alte Heerstr. 111, 53757 Sankt Augustin

Tel.: (02241) 2 31-03, Fax: (02241) 2 31-34 64

E-Mail: Info@KAN.de

Internet: http://www.kan.de


Wichtige nationale Normungsorganisationen

 

USA

ANSI - American National Standards Institute.

Das Amerikanische Normungsinstitut repräsentiert die Interessen von ca. 1400 Firmen, Organisationen, staatlichen Agenturen, Institutionen und internationalen Mitgliedern. 1995 gab es bereits 11.500 ANS (American National Standards). www.ansi.org

 

Frankreich

AFNOR - Association Française de Normalisation

 

England

BSI - British Standards Institute

 

Österreich

ÖNORM - Österreichisches Normungsinstitut


Elektronikbereich
 

Die Zuverlässigkeit und Qualität heutiger hochsensibler Elektronikprodukte wird maßgeblich von der Einhaltung von Schutzregeln gegen elektrostatische Aufladung beeinflusst. Zur Orientierung werden nachstehende internationale Standards empfohlen:

 

DIN EN 61340-5-1Elektrostatik Teil 5-1:
Schutz von elektronischen Bauelementen gegen elektrostatische Phänomene
- Allgemeine Anforderungen

 

DIN EN 61340-5-2 Elektrostatik Teil 5-2:
Schutz von elektronischen Bauelementen gegen elektrostatische Phänomene
- Benutzerhandbuch

 

DIN IEC 61340-4-1 Elektrostatik Teil 4-1 Ed.2.0:
Festgelegte Untersuchungsverfahren für besondere Anwendungen
Hauptabschnitt 1: Elektrostatisches Verhalten von Bodenbelägen und verlegten Fußböden

 

DIN EN 61340-4-3 Elektrostatik Teil 4-3:
Standard-Prüfverfahren für spezielle Anwendungen
- Schuhwerk


DIN EN 61340-4-5 Elektrostatik - Teil 4-5:
Standard-Prüfverfahren für spezielle Anwendungen - Verfahren zur Charakterisierung der elektrostatischen Schutzwirkung von Schuhwerk und Boden in Kombination mit einer Person


DIN EN 61340-2-1 Elektrostatik Teil 2-1:
Messverfahren - Fähigkeit von Materialien und Erzeugnissen, elektrostatische Ladungen abzuleiten

 

DIN EN 61340-2-3 Elektrostatik Teil 2-3:
Prüfverfahren zur Bestimmung des Widerstandes und des spezifischen Widerstandes von festen planen Werkstoffen, die zur Vermeidung elektrostatischer Aufladung verwendet werden

 

DIN EN 61340-3-1 Elektrostatik Teil 3-1:
Verfahren zur Simulation elektrostatischer Entladungen: Human Body Model (HBM) Bauelementeprüfung

 

DIN EN 61340-3-2 Elektrostatik Teil 3-2:
Verfahren zur Simulation elektrostatischer Entladungen:
Machine Model (MM) Bauelementeprüfung

 

ANSI/ESD S20.20-1999ESD association standard for the Development of an Electrostatic Discharge Control Program for - Protection of Electrical and Electronic Parts, Assemblies and Equipment (Excluding Electrically Initiated Explosive Devices)

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